Die 1. Gemäldeausstellung

Die 1. Gemäldeausstellung
in der Geibel`schen Schmiede
vom 08.01. bis 17.01.1988
von Armin Dörfel

Kleinformatige Zeichnungen und Aquarelle
wurden bei der künstlerischen Arbeit
zuerst dominierend. Pastelle und Gouachen
erweitern das Ausdrucksspektrum


Anregende Freundschaften mit Malern und
zahlreiche Studienreisen begleiten
seit vielen Jahren die Entwicklung,

über die gezeigten Arbeiten
spricht
Prof. Bruno Müller-Linow, Darmstadt

Heinrich Zernin vom 17. bis 26.01.2014

Heinrich Zernin ist nicht in Vergessenheit geraden

Der Eberstädter Bürgerverein von 1980 e.V. (EBV) hatte zum Neujahrsumtrunk mit Eröffnung der Ausstellung des Eberstädter Heimatmalers Heinrich Zernin in die Geibel`sche Schmiede geladen und viele Besucher fanden wegen Überfüllung keinen Platz mehr, so dass sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen mussten. Aber sie kamen wieder. Der EBV hatte erstmals auch an den Wochentagen die Tore geöffnet. Insgesamt kamen in der Zeit vom 17. bis 26. Januar 2014 zwischen 900 bis 1000 Besucher.

Dr. Annette Wagner-Wilke hatte zusammen mit dem Kulturausschuss des EBV eine umfangreiche und sehenswerte Ausstellung vorbereitet und viele Bilder aus dem verborgenen wieder hervorgeholt. Dass diese Ausstellung realisiert werden konnte, verdanken wir einigen öffentlichen wie privaten Leihgebern, die durch ihre großzügige Unterstützung der in ihrem Besitz befindlichen Arbeiten als Leihgaben maßgeblich zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben: Dr. Peter Engels vom Stadtarchiv Darmstadt; Claus K. Netuschil und seiner Ehefrau Edith Kriz von der Galerie Netuschil in Darmstadt; Bezirksverwaltung Eberstadt; den Eberstädter Zernin-Liebhabern Barbara Pfeiffer (Groß-Nichte), Erik Sauter, Hans Emich, Christine Golzer, K. Peter Föhrenbach und Claus Walter Müller und all denen, die ungenannt bleiben wollen.

Heinrich Zernin und Eberstadt sind unzertrennlich eng miteinander verwoben.1913, also vor nun mehr als 100 Jahren, kam Heinrich Zernin nach Eberstadt.Er bezog mit seiner Ehefrau Leni eine Wohnung im Haus Sauter in der Pfungstädter Straße 55, in dem er sich auch ein Atelier einrichtete und hier künstlerisch tätig war. Seine Motive für seine Arbeiten fand er in der Gemarkung Eberstadts und seiner Umgebung, deren landschaftliche Schönheit, deren verwinkelte Ecken und Gässchen des Ortes und deren Bewohner und Eberstädter originale Typen ihn persönlich wie künstlerisch faszinierten und inspirierten. Mit seinem künstlerischen Auge,zudem mit Zeichenstift und Maluntensilien bewappnet, durchwanderte Heinrich Zernin Ort und Natur und zeichnete und malte all jenes, was ihm die Gemarkung an kleinen und großen Motiven bot. An den einst in Eberstadt lebenden und tätigen Maler erinnert seit 1949 die Zerninstraße unweit seiner einstigen Wohnung.

Bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten, 1992, veranstaltete der EBV eine erste Ausstellung mit Arbeiten des bekannten Eberstädter Malers Heinrich Zernin, die auf sehr große Resonanz gestoßen ist. Schwerpunkt der damaligen Ausstellung waren Radierungen, die uns die Galerie Netuschil in Darmstadt zur Verfügung gestellt hatte und die käuflich zu erwerben waren. Das Wissen um den Verbleib vieler Gemälde Heinrich Zernins in Darmstädter Sammlungen, Museen und Archiven sowie in Eberstädter Häusern und das nachhaltende Interesse für seine Bilder mit Eberstädter Motiven sowie das sich 2013 gejährte Jubiläum der Ansässigkeit Heinrich Zernins in Eberstadt waren für den Kulturausschuss des Eberstädter Bürgervereins von 1980 e.V. Anlass, unter der Leitung der Kunsthistorikerin Dr. Annette Wagner-Wilke eine Ausstellung und einen Katalog über Heinrich Zernin herauszugeben.

Die Ausstellung präsentierte Ölgemälde, Pastelle und Aquarelle, deren Schwerpunkt Eberstädter Motive waren, sowie grafische Arbeiten, die käuflich erworben werden konnten.

Der Vorstand freut sich, dass mit Heinrich Zernin jetzt ein Künstler wieder einem größeren Publikum zugänglich gemacht wurde. Die individuelle Sicht eines Künstlers aus seiner Zeit und seine Umgebung nachzuempfinden, kann zum Verständnis der jeweiligen Epoche einen großen Beitrag leisten.